In Deutschland mussten wir in den vergangenen Jahren ein immer verstärkteres und brutaleres Auftreten rechtsextremistischer Kräfte feststellen. Immer wieder hört und liest man von Gewalttaten auf Obdachlose und Ausländer und von Demonstrationen sog. „Nationaldemokraten“, auf den Parolen zu hören sind wie „Arbeit zuerst für Deutsche“ oder „Nationaler Widerstand“. Auch im Internet sind die Spuren der Rechtsextremisten immer häufiger zu finden. Der Verfassungsschutz gibt die Zahl der von deutschen Rechtsextremisten betriebenen Homepages im Jahr 2001 mit 1300 an. Dies alles sind keinesfalls – wie viele meinen - Hinterlassenschaften irgendwelcher Trunkenbolde, sondern ganz eindeutige Zeichen dafür, dass die Verbreitung des rechtsextremen Gedankengutes zunimmt. Immer mehr Menschen (vor allem Jugendliche) erliegen dem fatalen Irrglauben, Parteien wie die NPD oder sogenannte “Freie Kameradschaften“ könnten ihnen eine Perspektive geben, in der oftmals von Arbeitslosigkeit, Resignation und Politikverdrossenheit geprägten Umwelt. Das Gefühl endlich zu einer Gruppe zu gehören, in ihr Bestätigung und Betätigung zu finden und mit gleichgesinnten ein diffuses Gruppengefühl zu erleben, sorgen dafür, dass immer mehr Jugendliche in rechte Organisationen gelockt werden.

Auch die Einrichtung sogenannter „befreiter Zonen“ ist ein alarmierendes Signal für das Voranschreiten des Rechtsextremismus. Für die Rechtsextremisten steht „frei“ für ausländerfrei, judenfrei, frei von jeder Form der Demokratie. In vielen (ostdeutschen) Städten zeigt die Strategie Zonen zu schaffen, die von den Rechten faktisch beherrscht werden, bereits Wirkung. Laut des Berichtes von 1997 der Beauftragten der Bundesregierung für Ausländerangelegenheiten, gibt es in Deutschland mindestens 25 "no go zones" für Ausländer wie z.B. Bars, Diskos oder ganze Straßen.

Es darf den Rechtsextremen nicht gelingen immer mehr Menschen auf ihre Seite zu ziehen und sich so den Anschein zu geben, als handele es sich bald um eine große Volksbewegung, der es gelänge das politische System nach ihren Vorstellungen umzuformen. Genau das Gegenteil muss passieren. Alle Bürger Deutschlands, die demokratisch und tolerant denken und handeln, müssen aufstehen und sagen: Wir wollen friedlich und in gegenseitigem Respekt mit allen Menschen, die sich in unserem Land Zuhause fühlen wollen, zusammenleben und –arbeiten. Wir achten andere Lebensumstände und -gewohnheiten ebenso, wie andere Kulturen und politische Einstellungen. Wir wollen keine Rechtsextremen in Deutschland! Wir wollen keine rechtsextremen Parteien, keine Kameradschaften, keine rechte Musik, keine rechten Internetseiten und kein rechtes Gedankengut in unseren Köpfen und in den Köpfen keines Deutschen!

Es kann aber nicht nur Ziel unserer Arbeit sein, den Rechtsextremismus zu bekämpfen. Vielmehr wollen wir erreichen, dass unsere Gesellschaft auf gegenseitige Toleranz, friedlichem und solidarischem Miteinander basiert. Deutlich sichtbare Zeichen aus der Gesellschaft heraus sind daher notwendig, um klar zu machen, dass wir uns nicht mit rechtem und extremistischem Gedankengut identifizieren und statt dessen für eine tolerante, multikulturelle Gesellschaft eintreten. Eine Gesellschaft, in der alle Menschen gleichwertig sind und jeden anderen Menschen als gleichwertig anerkennen und achten. Dazu soll diese Homepage und unser Engagement beitragen.

Auf unserer Seite bieten wir euch Informationen rund um das Aktionsbündnis, seine Aktionen und Rechtsextremismus in Weyhe & allgemein. Eine große Rolle spielt dabei das Konzert "aufMUCKEn gegen Rechts", das zu einer kleinen Tradition in Weyhe geworden ist und über das ihr hier alles erfahren könnt. Wir haben für euch außerdem eine kleine Auswahl von Informationen über Rechtsextremismus zusammengestellt, sodass ihr diese Seite als Startpunkt für Recherchen zum Thema nutzen könnt.